Österreich im Fokus: Kamptal

Das Kamptal zeigt auch in schwierigeren Jahren, dass es zu den qualitativ stärksten Anbaugebieten Österreichs gehört, wie wir das erst im letzten Jahr eindrucksvoll gesehen haben. Der Unterschied zu den richtig guten Jahrgängen ist daher auf den ersten Blick nicht besonders auffällig, zeigt sich aber doch im Detail. Auch die kleineren Weine und solche aus den weniger prominenten Rebsorten und den Kellern unbekannterer Produzenten sind dann meist von auffälliger Güte. So auch 2015. Unter den rund 150 Weinen, die wir heuer probiert haben, findet sich nicht ein einziger wirklich schwacher Wein. Da wir auch über das Kamptal als Weingebiet bereits alles Wichtige wohl schon mehrmals geschrieben haben, stellen wir dieses Jahr die Winzer im Einzelnen vor, die Proben für die aktuelle Verkostung eingereicht haben. Continue reading

Österreich im Fokus: Kamptal

Das Kamptal ist nicht nur das zweitgrößte Weinbaugebiet Niederösterreichs, es ist zudem geologisch eines der Abwechslungsreichsten. Das spiegelt sich auch in der Sortenvielfalt wieder. So entstehen hier nicht nur aus den beiden DAC-klassifizierten Sorten Riesling und Grüner Veltliner Weine von unbestreitbarer Weltklasse, auch die weißen Burgunder, Sauvignon und sogar Rotweine können hervorragend ausfallen, weshalb ihre Rebfläche derzeit auch stetig steigt. Nur 2014 hatten sie es schwer.

Grüner Veltliner – von wegen schwieriges Jahr

Hauptsorte ist und bleibt auch im Kamptal, wie in den meisten niederösterreichischen Gebieten, der Grüne Veltliner, auch wenn seine Anbaufläche derzeit ein wenig schrumpft, vor allem zugunsten roter Sorten. 2014 stellt sich die Dominanz jedenfalls wieder einmal als Glücksfall heraus, denn keine andere Rebsorte kam besser mit den Bedingungen des Jahrgangs zurecht. Viele Kamptaler Betriebe scheinen an der Herausforderung noch gewachsen zu sein, geht man nach den Ergebnissen unserer Verkostung. Continue reading

Nachgeschmeckt: Österreich, Teil 5 – Kamptal

Meister aller Klassen

Das Kamptal ist nach dem Weinviertel das Gebiet mit der zweitgrößten Anbaufläche in Niederösterreich. Wie überall in der Region herrscht der Veltliner vor, doch hier befindet er sich derzeit sogar ein wenig im Rückzug, während der Riesling stetig zulegt. Und nicht nur er. Die Boden- und Lagenvielfalt ist hier auf relativ kleinem Raum so groß wie sonst nirgends in Niederösterreich. Das führt zu einer wesentlich größeren Bandbreite an Spitzenweinen verschiedener Sorten als in sämtlichen Nachbargebieten. So entstehen hier neben Veltliner und Riesling nicht nur aus Burgundersorten und dem flächenmäßig rapide wachsenden Sauvignon regelmäßig erstklassige Tropfen; auch die Rotweine erreichen hier oft ein Niveau wie in kaum einem anderen Weingebiet westlich von Wien.

So ist es schade, dass sich die Mehrheit der Kamptaler Betriebe heuer bei der Einsendung ihrer Weine im wesentlichen auf die DAC-Sorten Veltliner und Riesling beschränkt hat, weshalb der Überblick über die besten Weine der aktuellen Jahrgänge hier ein wenig lückenhaft ausfallen muss.

Das Jahr mit den zwei Gesichtern

Interessant ist er trotzdem. Denn 2013 war alles andere als unparteiisch im Umgang mit den beiden Sorten. War es für den Riesling ein eher schwieriges Jahr, hat man andererseits selten derart feine und differenzierte Grüne Veltliner erlebt. Es ist also kein Wunder, dass sich unter den besten 10 Weinen des Jahrgangs 9 Veltliner finden und mit dem Heiligenstein “Alte Reben” von Jurtschitsch lediglich ein einziger Riesling, Kurz darauf folgen allerdings noch zwei Rieslinge aus der Kamptaler Spitzenlage: Schloss Gobelsburg sowie “Lyra” und noch einmal “Alte Reben” von Willi Bründlmayer. Erstklassig sind auch sie, und aller Erfahrung nach weiter entwicklungsfähig, aber die Größe der besten Jahre erreichen sie heuer nicht. Zur erweiterten Spitze gehören heuer Gaisberg von Allram, Steinmassel von Willi Bründlmayer, der erfreulich preiswerte Ried Karl von Kemetner, Josef Aichingers Rosenberg, das Steinhaus von Steininger sowie die beiden Heiligenstein von Hirsch und Eichinger. Aus 2012 nachgereicht un bemerkenswert gut: Monika Allrams Heiligenstein sowie Gaisberg von Dolle und die lagenlose Reserve von Waldschütz, letztere ebenfalls für diese Klasse zurückhaltend bepreist.

Bei den Veltlinern stehen in der absoluten Spitze überwiegend alte Bekannte: Käferberg und Spiegel “Vincent” von Bründlmayer, Lamm, Renner und Grub von Schloss Gobelsburg sowie Lamm und Grub von Hirsch. Dahinter folgen Käferberg “Alte Reben” von Rabl, Hirschs Renner und erneut “Alte Reben”, diesmal von Bründlmayer. Von Fred Loimer fehlen die Topweine noch, ebenso von Kurt Angerer, Ludwig Hiedler und Alwin Jurtschitsch, der mit seinem überaus feinen Loiserberg nur einen kleinen Vorgeschmack auf das zulässt, was er 2013 auf die Flasche gebracht hat. Sehr erfreulich auch Oskar Hagers “Terra Mobile”, die “Strasser Weinberge” von Arndorfer, Rabls Dechant und Loiserberg, jeweils “Alte Reben”, der “Gigant” von Nastl und mit dem Hasel von Allram nochmal “Alte Reben”. Es folgt noch eine ganze Reihe höchst empfehlenswerter Weine, die hier alle aufzuzählen dann doch etwas zu viel wäre. Es lohnt sich aber, auch nach ihnen Ausschau zu halten. Denn auch wenn das Qualitätsniveau im Kamptal erfreulich zuverlässig ist: Jahrgänge dieser Güte sind auch hier nicht alltäglich.

Links zu den Weinen und Weingütern des Kamptals:

Kamptal DAC Grüner Veltliner
57 Weine zwischen 81 und 93 Punkten

Kamptal DAC Riesling
35 Weine zwischen 83 und 91 Punkten

Alle Erzuger des Kamptals86 Betriebe, davon 23 klassifiziert