Trinkbefehl! (II/2016)

Deutschland 2015 Spezial – trockene Weißweine

Sagen wir es geradeheraus: wer 2015 blind einkauft, weil er den vielen enthusiastischen Lobreden Glauben schenkt, kann unter Umständen fürchterlich auf die Nase fallen. Die Weine des Jahrgangs können erstklassig sein, vermutlich sogar groß, aber ebensogut auch ziemlich unlustig. Oder, noch schlimmer: tückisch. Wo zu früh gelesen wurde, ist der Fall immerhin meist einfach, weil die Weine dünn und banal schmecken, immer wieder auch ein wenig künstlich, trotz hoher Säure zudem nicht selten leblos. Dann aber wird es schon schwieriger; 2015 ist ein gerbstoffreiches Jahr, auch bei den Weißweinen. Doch je nachdem wie groß die Trockenheit ausfiel, wie nah man einer idealen Traubenreife kam und wie sorgfältig die Selektion am Ende war, um etwa Beeren mit Sonnenbrand auszusondern, fallen die Phenole in den Weinen aus. Von rau und stumpf bis seidig, von aromatisch bis abweisend bitter ist alles dabei. Das Dumme ist nur: man merkt es oft nicht gleich. Mancher Wein, der im ersten Moment animierend griffig und saftig wirkt, schmeckt nach einigen Minuten an der Luft schon stumpf; die Tannine werden rau, der vermeintliche Saft besteht womöglich nur aus Zucker. Man nehme sich also Zeit zum Probieren, kostet am besten erst eine Flasche über 2 Tage, bevor man sich größere Mengen in den Keller legt. Wer auf Wettbewerbssieger setzt, wo die Verkoster die Weine meist nur für Sekunden im Glas haben, könnte die eine oder andere unangenehme Überraschung erleben. Continue reading

Achtung, Wein! (11)

Meine Empfehlungen aus den Verkostungen der letzten 2 Wochen

Deutschland

Weingut der Woche: Weingut Ernst Dautel, Württemberg

Ernst Dautel brachte das seit 1978 selbständig wirtschaftende Weingut schnell an die Spitze der Region und hielt es dort mehr als 3 Jahrzehnte. Doch die Konkurrenz ist groß geworden in den letzten Jahren. Von vielen Weintrinkern außerhalb Württembergs weitgehend unbeachtet, hat sich die Weinqualität im Land zuletzt in der Spitze wie in der Breite enorm weiterentwickelt. In nahezu allen Stilen – zumindest im trockenen Bereich – werden hier inzwischen Weine produziert, die zu den besten des Landes gehören können. Stagnation kann man sich auch und gerade als Spitzenweingut der Region in diesem Umfeld nicht leisten. Ernst Dautels Sohn Christian zeigt mit seinem aktuellen Sortiment ziemlich souverän, dass er mit der Herausforderung bestens umgehen kann. Nie, so kommt es mir vor, waren die Weine finessenreicher und nobler als heute. Auch die kräftigeren Lemberger und Spätburgunder bleiben hier kühl und geschliffen. Nicht nur die Großen Gewächse sind auffallend gut; man sollte keinesfalls die Guts- und Ortsweine übersehen, die für bezahlbares Geld bemerkenswerte Qualität bieten. Das gilt nicht weniger für die Rieslinge, die durchweg überzeugen. Selbst der Bönnigheimer Ortswein für weniger als 9 Euro hat bereits Klasse.

Probiert haben sollte man unbedingt:

2014 Bönnigheimer Riesling Ortswein, 8,60€
2014 Besigheimer Wurmberg Riesling Erste Lage, 12,60€
2011 Bönnigheimer Sonnenberg Lemberger Erste Lage, 18,90€
2012 Cleebronner Michaelsberg Lemberger GG „St. Michaelsfelder“, 25,80€
2013 Cleebronner Spätburgunder „Schilfsandstein“, 12,90€
2012 Bönnigheimer Sonnenberg Spätburgunder, 18,90€
2012 Bönnigheimer Sonnenberg Spätburgunder GG „Kalkschupen“, 25,80€

Weitere Empfehlungen: Riesling

2014 Kiedrich Turmberg, Robert Weil, Rheingau, 24,90€
Kühl, geschliffen, fest und ausgesprochen mineralisch, dazu mit Pfeffer, Trockenkräutern und ziemlich nobler gelber und auch ein wenig schwarzer Frucht. Vielleicht der beste Turmberg bisher. Der schwarzbeerige Einschlag zieht sich heuer fast durch die ganze Kollektion trockener Rieslinge bei Weil; das hohe Niveau auch. Continue reading

Achtung, Wein! (9)

Meine Empfehlungen aus den Verkostungen der letzten Woche

Deutschland

Nicht nur die Rieslinge sind oft überraschend gut dieses Jahr, auch von den Burgundersorten gibt es Erfreuliches zu berichten. Die Zahl der Produzenten, die weniger auf weiche, bisweilen süßliche Schmeichler, sondern mehr auf straffe, knochentrockene Charakterweine setzen, steigt stetig an, und das Jahr kam ihnen offenbar entgegen. Sogar die Einstiegsweine machen oft schon richtig Spaß; In der Mittelklasse – inzwischen nicht nur im VDP meist die „Ortsweine“ – finden sich Weine einer Güte, die man noch vor wenigen Jahren den Großen Gewächsen vorbehalten hätte. Nur dass sie früher kaum je so elegant waren.

2014 Großkarlbacher Weißburgunder „Kalkmergel“, Wageck-Pfaffmann, Pfalz, 13,90€
Frank und Thomas Pfaffmann haben ihr Weingut in den letzten Jahren nach und in einen pfälzischen Spitzenbetrieb verwandelt. Der kompromisslos trockene, dabei feste, tiefe und charaktervolle „Kalkmergel“-Weißburgunder ist ein beeindruckender Ausweis dieser Entwicklung.

2014 Godramsteiner Weißburgunder Ortswein „Lösslehm“, Münzberg, Pfalz, 12€
Münzberg ist in Sachen Weißburgunder immer eine Bank. Kühl, herb, fest gewirkt, nussig und mineralisch: der „Lösslehm“ ist einer von zwei Ortsweinen aus diesem Jahrgang und für mich dem ebenfalls knochentrockenen und kühlen „Kalkstein“ zumindest derzeit noch einen Hauch überlegen. Allerdings brauchen die auf Kalk gewachsenen Weine oft ein wenig länger, bis sie zeigen, was sie können. Auch der Guts-Weißburgunder für 7,50€ ist ausgezeichnet und eine dringende Empfehlung für den Preis. Continue reading

Achtung, Wein! (7)

Zweiter Teil meiner Lieblingsweine des letzten Monats mit den Empfehlungen aus Deutschland, Österreich und Übersee.

Deutschland

2012 Neuweierer Altenberg Riesling, Fendt, Ortenau/Baden, 22€
Topsommelier Jürgen Fend produziert mit seiner Frau Maren erst seit wenigen Jahren Wein in der Ortenau, wo sich das Paar Parzellen in exzellenten Lagen gesichert hat. Die Weine der beiden sind alles andere als fruchtbetont und brauchen Zeit und Aufmerksamkeit, bis sie sich einem erschließen. Insbesondere die Rieslinge entwickeln sich langsam – an der Luft und mit Sicherheit auch in der Flasche; sie sind für mich wegweisende Exemplare dieser Sorte in Baden. Der bislang vermutlich größte Wein des Hauses ist dieser geschliffene und dabei ungemein fest gewirkte, komplexe und betont mineralische Altenberg, den man jetzt schon antrinken kann (wobei man ihn am besten dekantiert), der sich aber problemlos noch 10 Jahre oder länger weiterentwickeln dürfte. Und das bei gerade einmal 12% Alkohol. Auch der Rest des Sortiments einschließlich des Spätburgunders überzeugt.

2013 Beutelsbacher Altenberg Riesling trocken „Halbstück“, Weingut Gold, Württemberg, 18,50€
Ganz junges Remstaler Weingut, das schon mit seinen ersten Weinen beeindruckt. Beim „Halbstück“ kann Leon Gold auf 40 Jahre alte Reben zurückgreifen – und auf seine Erfahrungen als Kellermeister bei einigen der besten Winzer des Landes. Auch hier ist der Alkohol moderat und die Frucht eher Nebensache; man merkt das Holzfass an den deutlich nussigen Aromen, auch hefige Töne sind noch vorhanden, aber dann greift die kühle und herbe Mineralik zu und lässt einen lange nicht mehr los. Ein ganz erstaunliches Debut, dass jede Aufmerksamkeit verdient. Die bemerkenswert guten und preiswerten Basisweine des Jahrgangs 2014 unterstreichen den Eindruck, dass man das Weingut Gold nicht aus den Augen verlieren sollte. Continue reading

Stolz bepreist!

Die Kollektionen und Entdeckungen des Jahres

Die letzten beiden Jahre waren nicht gerade einfach in den meisten mitteleuropäischen Weingebieten. Man könnte annehmen, die Klimaerwärmung brächten überwiegend Vorteile für die Produzenten insbesondere der kühleren Weinregionen. Gleichzeitig sind Ausbildung und technische Möglichkeiten heute auf einem nie dagewesenen Niveau, sodass man wohl ohne Übertreibung von vergleichsweise paradiesischen Zuständen reden kann – und von Weinqualitäten, die es in der Breite so noch nie gab. Richtig schlechten Wein, wie er einem noch vor 10 Jahren überall begenete, muss man heute suchen.

Doch die Wetterkapriolen machen den Weinproduzenten zunehmend Sorgen. Die Winter werden zu warm, die Blüte kommt oft zu früh und setzt die jungen Triebe unnötigen Gefahren aus, schon bevor die Trauben reif sind, steigt der Zuckergehalt in unerwünschte Höhen – und immer dann, wenn es regnen soll, bleibt es trocken, während es ausgerechnet gegen Ende der Vegetationsperiode oft nicht mehr aufhören will zu schütten.

Die Erzeuger müssen sich auf die neuen Herausforderungen einstellen; gerade wenn es kompliziert wird, stellt sich heraus, wer sein Handwerk wirklich beherrscht. Das sind inzwischen erstaunlich viele. Dort, wo die Lagen und das Können der Winzer die richtigen Voraussetzungen schaffen, entstehen heute auch in der Spitze mehr und bessere Weine denn je. Continue reading

Künstler: Kirchenstück 2002, Riesling Auslese trocken, Rheingau, Deutschland

Künstler IMG_0036Es war meine erste Reise – sogenannte Pensionistenreise – mit deutschen Weinfreunden in deutsche Weingebiete. Inzwischen haben wir so ziemlich alle Weingebiete Deutschlands besucht, und ich habe mich langsam (aber sicher) dem Riesling angenähert. Riesling trocken wird und wurde, von mir immer viel, viel jünger getrunken. Dieser eine, von Künstler, habe ich bis heute aufbewahrt als Zeuge einer Tradition, die bis jetzt – also 12 Jahre lang – gehalten hat. Dieses Jahr findet die Reise wohl nicht statt. Wenn doch, dann leider ohne mich. Wir haben den Termin verschlafen. Als Trost (oder aus Ärger) habe ich mein „Erinnerungsstück“ jetzt geöffnet, vorsichtig, liebevoll, skeptisch. Hat wenigstens der Wein bis heute gehalten? Er hat! Ich bin fast versöhnt und um eine Erfahrung reicher. Ein „alter“ trockener Riesling – bringt er es (oder ihn, den Genuss) noch? Ja, wenn ich mich noch recht an jene Jüngsttage erinnere, ist er inzwischen nicht nur anders, er ist auch besser geworden. Kann nicht sein, sagen wohl meine Weinfreunde, vor allem, weil sie jene Weine der ersten Reise – und auch die aller späteren – längst getrunken haben. Ich habe gelernt, dass der Riesling zwar altern kann, aber nicht altern muss. Doch dann habe ich in einem Blog gelesen: „Riesling kann alles. Auch ist das Alterungspotential der Weine enorm.“ Geglaubt habe ich es nicht. Bis heute, bis ich diese Kombination von Reife und Frische selber erleben durfte. Hochheimer KirchenstückJunge Rieslinge – ich gebe es zu – sind mir in der Regel zu knackig frisch, oft zu verführerisch, manchmal auch zu vordergründig. Es fehlen mir jene Reifetöne, die ich in so manchen „alten Weinen“ zu finden glaube. Nur, was ist schon alt? Muss der Wein wirklich aus den Siebziger-, Achziger oder Neunzigerjahre stammen, um als alt zu gelten. Mag sein, dass gute Rieslinge im hohen Alter noch besser werde . Die Erfahrung konnte ich bisher nie machen, weil niemand Rieslinge so lang lagert Schon meine „mittelalterliche“ Flasche, hier, gilt bei den vielen Jungweintrinkern als zu alt, als steinalt. Vor allem, weil er trocken ist. Mein Fazit: Auch trockene Rieslinge können alt werden – und nicht nur frisch bleiben – sogar noch besser werden,

Weingut Josef Störrlein & Krenig, Randersacker: Casparus 2001, Spätburgunder Spätlese und Domina Spätlese, Franken, Deutschland

IMG_0056„Die Schönheit des Weins soll gewachsen sein, nicht gemacht.“ Vielleicht war es dieser Leitspruch auf der Website des Weinguts, der mich angeregt hat, den Wein damals (bei einem Besuch beim Winzer) zu kaufen. Vielleicht war es auch mein zwiespältiges Verhältnis zur Domina, die in dieser Cunvée (ich weiss nicht in welchem Verhältnis) vorhanden ist. Jedenfalls blieb der Wein (zu) lange liegen, wurde älter und älter, verkroch sich hinter den andern Flaschen, so dass er – der nach verlässlichen Angaben eigentlich bis 2005 getrunken sein sollte – erst jetzt ins Glas kam, fast zehn Jahre zu spät. Und? Der Wein war noch präsent, ein feiner, geschliffener – nicht aufregender – Spätburgunder. Ob ihm die (von mir skeptisch bis ablehnend beurteilte) Domina genützt oder geschadet hat, kann ich nicht beurteilen. Durchaus mit Spätburgundern vertraut (die wichtigste Rebsorte in der deutschsprachigen Schweiz) begegne ich jetzt dem Wein „neutral“.weinberg-randersacker112~_v-image512_-6a0b0d9618fb94fd9ee05a84a1099a13ec9d3321 Jedenfalls – so meine damaligen Notizen – war er unter den damals verkosteten Spätburgundern durchaus akzeptabel (bis gut), aber rangierte deutlich hinter den Blauburgundern aus der Bündner Herrschaft (Schweiz), die ich kenne (und auch sehr oft trinke!) Und heute? Die Kraft ist etwas aus dem Wein verschwunden, die Frucht (Beerennoten) hat sich zurückgezogen, auch das Holz und die Röstnoten wurden „geschluckt“, herausgekommen ist ein feiner, zurückaltender, leicht sinnlicher Tropfen. Ob es sich gelohnt hätte, in früher zu trinken (nicht fast zehn Jahre zu spät), weiss ich nicht. Ich weiss nur, dass der Wein gestern (für mich) eine gute, durchaus positive Erfahrung war.

Schloss Wackerbarth: Edition Elbflorenz, Rotwein QbA, trocken, Sachsen, Deutschland

Meine scEdition Elbflorenzhon fast sture Gewohnheit an allen Orten, wo ich auf meinen Reisen hinkomme, einheimische Weine zu trinken, stösst oft auf Schwierigkeiten, manchmal in Restaurants sogar auf Unverständnis. Dies passierte mir schon auf meiner Reise durch Saale-Unstrut, jetzt wieder in Sachsen. Dabei logierte ich zu Füssen der Weinberge von Radebeul – mit direkter Sicht auf den wunderschön gelegenen Rebberg. Als Rotweintrinker musste ich mehrmals zum Weissen greifen, wollte ich ein einheimisches Gewächs im Glas haben. Auf meine schon fast empörte Frage nach einem einheimischen Rotwein (auf der Karte waren Beaujolais, Kalifornier, Australier, Italiener aber kein Sachse) erhielt ich zur Antwort: „es sei hier eben ein Weissweingebiet“.

Aber dann gab es – fast zum Schluss des Aufenthalts – doch noch einen trockenen Roten, eben diese Edition Elbflorenz, eine Cuvée aus Dornfelder und Regent vom Schloss Wackerbarth. Es ist wohl nicht gerade das, was ein „anspruchsvoller“ Weintrinker sich  031 - Unterhalb der Rebenzuerst einschenken würde. Doch ich kenne diesbezüglich keine Hemmschwelle, geniesse oft auch gerne, was die „hohe Weinkultur“ – nicht selten zu Unrecht – nicht beachtet oder gar ablehnt, ich habe oft das Gefühl, einzig um zud demonstrieren, dass man ein „echter, ein wahrer“ Weinkenner ist.

„Hier, wo früher Grafen residierten und schon der Hof August des Starken rauschende Feste feierte, begrüßt Sie Europas erstes Erlebnisweingut“, verkündete man mir schon am ersten Tag in der Region von Dresden.  Irgendwie habe ich mich – ich gebe es zu – in den paar Tagen in Radebeul in das Weingebiet von „Elbflorenz – das die Stadt überragt – verliebt, allein schon wegen der schönen Lage. Auch in seine Weine? Für eine gründliche Weintour fehlte leider die Zeit, ich musste bezüglich des Weins mit „Zufallsbegegnungen“ vorlieb nehmen. Zuerst war es ein Goldriesling – eine Rebsorte, die eigentlich nur in Sachsen angebaut wird. Die Bekanntschaft war nicht einfach nur wohlwollend, sondern echt angetan. Eine Spezialität – auch im Geschmacksbild – , die mich rasch erreicht hat, auch beim flüchtigen Genuss.

Doch Sachsen gehört nicht gerade zu den Spitzengebieten in der deutschen Weinszene. Diese Erfahrung habe ich schon vor einigen Jahren auf meiner Sachsentour gemacht. Wohlwollend lese ich in Weinforen etwa: „…da gibt es jetzt ein paar ganz ordentliche Weine…“. Zu viel mehr Kommentar reicht es (leider) nicht. Also sage ich jetzt etwas zu diesem Roten, den ich an einem Bankett vorgesetzt bekam. Ein Bankett-, oder eben ein Gastrowein: fruchtig, nicht aufregend, aber ein guter Begleiter durch den Abend, ein sehr schöner Konsumwein, der nicht aneckt, ist man versucht zu sagen. Auch ein „Konsumwein“ kann aber gut sein, sehr gut sogar; kann Freude bereiten, sehr viel Freude; kann sogar über ein Weingebiet mehr aussagen, als die sogenannten Spitzenweine, die sich an irgend welchen (meist weit wegliegenden) Vorbildern orientieren.

Ich bin dem gastgebenden Veranstalter (keine Weinveranstaltung) dankbar, dass ich den Abend mit dem Wein verbringen durfte: er hatte aller „Gefälligkeit“ zum Trotz ein beachtliches Aromenspektrum, von Kirschen bis zu Mandeln, einen südländischen (mediterranen) Hauch, eine samtene Struktur und viel echte, gut strukturierte „innere“ Wärme, weit weg von der bei Gastroweinen oft festgestellten Langweiligkeit. Ich jedenfalls hatte meinen Spass und kann all jene Restaurants nicht verstehen, die im Bereich des Rotweins rasch und gründlich in die Populärkiste (meist ausländischer Rotweine) greifen. Mit 10 Euro (ab Hof) ist der Wein durchaus auch in gutern Gaststätten konkurrenzfähig.