Abschied von Wein-Plus

Seit meinem letzten Blog-Eintrag sind leider viele Monate vergangen. Von April bis Juni war ich auf zahlreichen Weinmessen im In- und Ausland unterwegs, unter anderem auf der VDP-Weinbörse in Mainz, auf der Vinitaly in Verona, auf der ViniVeri in Cerea, auf der VieVinum und der RAW in Wien und auf der Wein-Plus Convention in München. Aufgrund der Abwesenheit sowie der Vor- und Nachbereitung blieb wenig Zeit für den Blog; wichtiger war mir, Artikel für das Magazin zu verfassen.

Blick auf die Skyline von Frankfurt am Main durch ein Weißwein-Glas

Ende 2010 kam ich aus Frankfurt nach Erlangen, und jetzt kehre ich ins Rhein-Main-Gebiet zurück.

Heute nun ist mein letzter Arbeitstag bei Wein-Plus. Nach fast vier Jahren verlasse ich das Unternehmen und kehre – aus privaten Gründen – ins Rhein-Main-Gebiet zurück, von wo ich im Dezember 2010 nach Nürnberg gezogen war. Die Zeit bei Wein-Plus war eine sehr wichtige für mich; ich habe noch viel mehr über Wein gelernt und habe zahlreiche interessante Projekte mitgestaltet. Meine vielen Veröffentlichungen finden sich hauptsächlich in den Magazinrubriken Wissen, Weinregionen, Im Fokus, Verkostung und Nachrichten.

Leider bedeutet mein Weggang nun auch, dass das Magazin in seinem Umfang reduziert wird. Es wird noch enger mit dem Weinführer verknüpft und sich inhaltlich darauf fokussieren.

Ich selbst bleibe der Weinbranche erhalten und werde weiterhin mit entsprechenden Veröffentlichungen in Print- und Online-Medien zu finden sein. Allen meinen Leserinnen und Lesern danke ich für ihre Aufmerksamkeit, ihr Interesse und ihr Feedback. Den Kolleginnen und Kollegen von Wein-Plus sage ich herzlichen Dank für die Zusammenarbeit und wünsche ihnen und dem Unternehmen weiter viel Erfolg!

Sammler unter Jägern – ProWein 2014

Messen sind immer anstrengend, egal ob als Aussteller oder als Besucher. Aber Messen machen auch Spaß – und die ProWein ist für mich jedes Jahr der Höhepunkt unter den Weinveranstaltungen.

Individueller Terminplan für die ProWein 2014

Meine Messe-Terminplanung erwies sich als realistisch – gute Vorbereitung ist unerlässlich

Die diesjährige ging vorgestern nach drei konzentrierten Tagen mit einem erneuten Besucherzuwachs zu Ende, und wie immer war sie auch diesmal zu kurz. Ohne gezielte Selektion ist man verloren bei über 4.800 Ausstellern aus aller Welt, und demzufolge hatte ich mir einen eng getakteten Terminplan gemacht, bestehend aus fest vereinbarten Standbesuchen und Gesprächen einerseits und zusätzlichen Wunschterminen bei befreundeten oder anderweitig interessanten Ausstellern andererseits – Pflicht und Kür gewissermaßen.

Stolz darf ich sagen, dass ich tatsächlich zu (fast) allen festen Verabredungen pünktlich erschien (bis auf eine Ausnahme mit einer zehnminütigen Verspätung), was mir in einem Fall den augenzwinkernden Kommentar einbrachte, ich sei „sehr deutsch“. Von den Wunschterminen schaffte ich auch zumindest die meisten, doch dafür hatte ich – auch das ist üblich – andere Begegnungen, denen ich die Zeit gern alternativ widmete.

Blick von der Empore über die Ausstellungsstände in Messehalle 6

In Halle 6 waren hauptsächlich die deutschen Winzer und Verbände untergebracht

Wie bereits angekündigt, lag ein wesentlicher Schwerpunkt meiner Kontakte dieses Jahr auf Frankreich: Ich besuchte Verbände und Marketingorganisationen (Loire, Sud de France), Weingüter aus Bordeaux, dem Languedoc, Südwestfrankreich und der Champagne, und ich sammelte Weine für unsere beiden geplanten BEST OFs über die Weiß- und Rotweine der Loire, die im Mai und Juni dieses Jahres veröffentlicht werden sollen. Dazu kamen Besuche bei einigen wenigen Erzeugern aus Deutschland und Österreich, doch mit diesen Ländern werde ich mich in wenigen Wochen auf zwei anderen Veranstaltungen ausführlich beschäftigen können: zum einen auf der VDP-Weinbörse in Mainz Ende April und zum anderen auf der VieVinum in Wien Mitte Juni. Stattdessen nutzte ich lieber die Gelegenheit, Weine aus Ländern zu probieren, die ich sonst selten erlebe: Türkei, Libanon, Kalifornien (präzise: Napa Valley).

Palette mit Weinkartons

Erfolgreiche Sammlung auf der Messe: Weine aus Frankreich, Deutschland und Österreich warten auf den Abtransport nach Erlangen

Die ProWein ist jedes Jahr auch ein Branchentreff und Wiedersehen mit vielen Bekannten und Kollegen. So traf ich mich auch mit zwei Autoren unseres Magazins – Uwe Kauss und Eva Dülligen, beide erfahrene und engagierte Journalisten – sowie mit Dr. Wolfgang Thomann, der ehrenamtlich als auf Rebsorten und Osteuropa spezialisierter Lektor das Glossar unterstützt. Wein-Plus selbst hatte keinen eigenen Messestand, aber es hat sich bewährt, dass wir auch diesmal wieder nur „mobil“ vertreten waren: Wenn jeder seine Termine frei vereinbaren kann und unabhängig in seiner Zeitplanung ist, steigert das die Effizienz und damit den Messenutzen erheblich. Miteinander kommunizieren kann man freilich jederzeit per Telefon, SMS oder Chat, um sich abzustimmen.

Besonders extrem fand ich diesmal die An- und Abreise zur Messe. Mein Hotel lag in Düsseldorf-Reisholz, was mit S- und U-Bahn eine knappe Dreiviertelstunde vom Messegelände entfernt ist, doch die U-Bahnen waren zu Messebeginn und -ende so hoffnungslos überfüllt, dass man sich nicht festzuhalten brauchte (oder es gar nicht konnte) und trotzdem während der Fahrt nicht umfiel, und im Regelfall (!) musste man mindestens eine Bahn abwarten, bevor man überhaupt irgendwo zusteigen konnte. Düsseldorf ächzt in diesen Tagen unter fast 55.000 Messebesuchern und Ausstellern, und die Taxischlange zum Messeschluss ist jeden Abend zig Meter lang.

Das Hotel Acora, in dem ich wohnte, kann ich übrigens empfehlen: verkehrsgünstig gelegen, moderate Preise, angemessene Ausstattung – und Zimmer mit Balkon und Kitchenette, was angesichts eines großen Kühlschranks zu ProWein-Zeiten außerordentlich praktisch ist.

Zwei Wochen vor der ProWein

Noch zwei Wochen sind es bis zur wichtigsten und größten Weinmesse auf deutschem Boden: der ProWein, die in diesem Jahr vom 23. bis 25. März wie immer in Düsseldorf stattfindet. Reise und Hotel sind schon seit Wochen gebucht, und auch mein  Terminkalender für die drei Messetage füllt sich zusehends.

Logo ProWein 2014

Der Countdown läuft…

Eins steht bereits fest: Die Messe wird für mich dieses Jahr sehr französisch geprägt sein – und das gefällt mir gut. Ich stehe Frankreich kulturell und speziell beim Wein von jeher sehr nahe, und nachdem ich schon 2013 viele Termine mit französischen Erzeugern und Verbänden hatte, werden es diesmal mindestens ebenso viele sein: Loire, Languedoc-Roussillon, Bordeaux, Südwest-Frankreich, Champagne – Gespräche, Verkostungen, Kooperationen.

Während ich in der Vergangenheit versucht habe, die Messetage nach Ländern einzuteilen und beispielsweise alle geplanten Besuche an französischen Messeständen auf einen Tag zu legen, sind die Frankreich-Termine diesmal über alle Tage verteilt – und dazwischen habe ich noch genug Zeit, mich mit anderen Ländern zu beschäftigen: Ich werde bei ausgewählten Winzern aus Deutschland und Österreich vorbeischauen, doch um diese Kontakte zu vertiefen, habe ich in den nächsten Wochen noch zwei weitere Messen – die VDP-Weinbörse in Mainz Ende April und die VieVinum in Wien Mitte Juni; und davor ist Anfang April auch noch die Vinitaly in Verona. Die ProWein nutze ich vielmehr, um mich mit Regionen und Weinen zu beschäftigen, mit denen ich sonst wenig zu tun habe: Türkei, Libanon, Kalifornien. Das Angebot ist riesig.

Natürlich freue ich mich auch darauf, auf der ProWein viele Freunde und Branchenkollegen zu treffen – Networking und Geselligkeit sind nicht zu unterschätzen und machen einen wichtigen Aspekt der Messe aus. Es wird zweifellos wieder anstrengend – aber es wird auch wieder großen Spaß machen!

Bürgerliche Gewächse

13 Weinflaschen der Crus Bourgeois du Médoc

13 Weine gab es bei der Präsentation der Crus Bourgeois du Médoc zu verkosten.

Es war buchstäblich eine Handvoll Weinjournalisten, die Emily Albers von der gleichnamigen PR-Agentur Ende vergangener Woche ins Restaurant „Emma Metzler“ nach Frankfurt eingeladen hatte. Dort präsentierte Frédérique Dutheillet de Lamothe, die Direktorin der Alliance des Crus Bourgeois du Médoc, die offizielle Weinselektion des Jahrgangs 2011 und erläuterte das neue Qualitätssystem der Winzervereinigung aus Bordeaux.

Zunächst durften wir frei die mitgebrachten 13 Rotweine probieren, die aus fast allen der acht für die Crus Bourgeois zugelassenen Appellationen stammten: je zwei aus Médoc, Haut-Médoc, Listrac-Médoc, Margaux, Moulis und Saint-Estèphe sowie einer aus Paulliac; aus Saint-Julien war kein Wein vertreten. Alle Weine lagen – sofern der Endverbraucherpreis bekannt war – im Bereich zwischen zehn und 25 Euro, und die verschiedenen Rebsorten-Zusammensetzungen (Merlot, Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Petit Verdot) und Bodenstrukturen (Lehm, Kalkstein, Kies) ließen sich sensorisch durchaus gut differenzieren. Insgesamt war die Qualität der Weine sehr erfreulich!

Mme de Lamothe stellte uns nach der individuellen Verkostung das neue, sehr anspruchsvolle Anerkennungsverfahren für die Crus Bourgeois du Médoc vor, in dem ein unabhängiges Kontrollorgan die zentrale Instanz ist. Es gibt ein detailliertes Lastenheft, das die Winzer zu beachten haben, und für jeden Weinjahrgang wird in mehreren Degustationsdurchläufen ein Referenzwert für die Qualität ermittelt. Das alles ist sehr aufwändig und kompliziert – und wird innerhalb der nächsten Wochen in einem ausführlichen Artikel im Wein-Plus Magazin erklärt werden. Jedenfalls gibt man sich am Gironde-Ufer große Mühe mit der Qualitätspolitik, nachdem der Begriff „Cru Bourgeois“ in der jüngeren Vergangenheit einigen Turbulenzen unterworfen war (auch dazu mehr im Magazinartikel).

Blick durch ein Rotweinglas auf den Teller mit der Menü-Vorspeise

Das Menü war auf die würzigen Rotweine aus dem Bordeaux abgestimmt.

Die Einladung in Frankfurt umfasste auch ein dreigängiges Abendessen, das ebenso vorzüglich wie üppig war: Kalbsfilet und Riesengarnelen mit glasiertem Tomaten-Lauch-Salat; mit Honig und Wacholder gebratener Rehrücken mit Specksauce, Petersilienpüree, Buttermilch-Knödel und Vichy-Karrotten; gefüllte Schokoladenkugel mit Kapstachelbeere, Granatapfel und Schaumwein-Sorbet. Dazu kombinierten wir nach Lust und Laune die gezeigten Weine, und eine Flasche wurde angesichts des allgemeinen Zuspruchs tatsächlich recht schnell leer: der Château Haut-Breton Larigaudière 2011 aus Margaux. Er gefiel auch mir sehr gut, doch mein noch größerer Favorit war – sofort vom ersten Probieren an – der Château Reverdi 2011 aus Listrac-Médoc mit jeweils 35 Prozent Cabernet Sauvignon und Merlot und einem angenehm hohen Anteil von 30 Prozent Petit Verdot. Während des Essens sprachen wir unter anderem über den Markt für Bordeaux-Weine in Deutschland, über Biowein und auch über den VDP, für dessen Qualitätssystem sich Mme de Lamothe interessierte. Inwieweit die Crus Bourgeois du Médoc mit den VDP Ersten Gewächsen vergleichbar sind, blieb jedoch in der Diskussion offen.

Es war ein gleichermaßen lehr- wie genussreicher und anregender Abend mit interessanten Impulsen und netten Kontakten – und mit überzeugenden Weinen, die eine nähere Beschäftigung lohnen.

BioFach und Biowein

In der vergangenen Woche – vom 12. bis 15. Februar – fand in Nürnberg die 25. BioFach statt. Weit mehr als 2.000 Aussteller aus über 70 Ländern, darunter rund 160 Biowein-Anbieter, waren auf der Weltleitmesse für Bio-Lebensmittel vertreten. Die Zahl der Wein-Anbieter ist laut Messegesellschaft ebenso rückläufig wie die Zahl der Aussteller insgesamt, doch die Messe selbst ist weiterhin die größte ihrer Art – für Öko-Lebensmittel allgemein wohlgemerkt, nicht speziell für Biowein.

Weinstand auf der BioFach 2014

Das Weinangebot auf der BioFach war in das allgemeine Messegeschehen integriert. (Foto: NürnbergMesse / Frank Boxler)

Was das Biowein-Angebot betrifft, ist schon heute die ProWein in Düsseldorf deutlich größer (rund 250 Anbieter bei etwa 4.700 Ausstellern), und die weltweit führende Ökowein-Messe ist die Millésime Bio in Montpellier (780 Aussteller, die ausschließlich Bioweine anbieten). Auf der BioFach sind die Wein-Aussteller auch nicht mehr in einem Areal zusammengefasst, sondern in allen Messehallen verteilt. Für jemanden, der die Messe gezielt wegen des Weins besucht, ist das ziemlich mühsam, denn er muss durch sämtliche Hallen und Gänge laufen, um die Winzer zu finden. Immerhin kann man aber auf der Website der Messe gezielt nach allen Weinanbietern suchen, was die Vorbereitung erheblich erleichtert, und in Halle 5 gab es eine „Erlebniswelt Wein“ mit Verkostungszone und Vortragsprogramm. Da Wein jedoch nach Veranstalterangaben für die BioFach-Besucher eher eine untergeordnete Rolle spielt, hat die dezentrale Anordnung – auch für die Aussteller selbst – durchaus Sinn, denn so haben die Weine die breiteste Aufmerksamkeit und fristen nicht ein separates Nischendasein.

BioFach-Pressekonferenz: Vertreter der Ökoverbände auf dem Podium

Pressekonferenz der Ökoverbände am Medientag (Foto: NürnbergMesse / Thomas Geiger)

Verkostet habe ich wenig auf der Messe, doch die BioFach ist jedes Jahr die beste Gelegenheit, die aktuellen Zahlen, Daten und Fakten über den internationalen Biomarkt zu erhalten. Am Medientag geben alle relevanten Verbände und Organisationen – unter anderem der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), die Internationale Vereinigung der ökologischen Landbaubewegungen (IFOAM), das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) und der Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) – eine Pressekonferenz und stellen die Entwicklungen des jeweils vergangenen Jahres dar, und besonders die Publikationen von BÖLW und FiBL sind eine unentbehrliche Informationsquelle. Sehr bedauerlich ist jedoch, dass der Bundesverband Ökologischer Weinbau (Ecovin) hier nicht mit von der Partie ist. Ecovin ist zwar natürlich auf der Messe vertreten, gibt aber keine spezielle Pressemitteilung zur BioFach heraus, wie es die anderen Verbände tun. Schade eigentlich – denn das wäre für meine Arbeit noch hilfreicher und eine weitere Chance für den Bioweinbau, sich öffentlichkeitswirksam zu positionieren.

Dennoch: Für einen zweiteiligen Magazinartikel habe ich genug Stoff gesammelt, und mindestens der erste Teil wird in den nächsten Tagen erscheinen.

Umfassende Rebsortenliste im Glossar

Über 17.570 Stichwörter sind heute im Wein-Plus Glossar verzeichnet – das ist Rekord bei den Weinlexika im Internet. Einige Stichwörter sind auch Oberbegriffe, die einen Überblick zu dem betreffenden Thema geben und dann auf diverse andere, damit zusammenhängende Stichwörter verweisen.

Einer dieser übergeordneten Einträge ist der zum Begriff „Rebsorte„. Hier ist alles von Reben-Systematik und Rebstock über Morphologie und Ampelographie bis zu Neuzüchtungen und Qualitätswein-Rebsorten verzeichnet – und Norbert Tischelmayer, mein für das Glossar verantwortlicher Redaktionskollege, ist gerade dabei, bei allen rund 1.700 (!) im Glossar beschriebenen Rebsorten die Abstammung aufgrund aktueller DNA-Analysen auf den neuesten Stand zu bringen. Ende Februar will er mit dieser Mammutaufgabe fertig sein.

Schon heute aber enthält unser Glossar – eben unter dem Stichwort „Rebsorte“ – als eine von zwei Quellen weltweit (!) eine aktuelle Liste der auf der Erde am weitesten verbreiteten Traubensorten, gemessen an der Rebfläche. Spitzenreiter ist der Cabernet Sauvignon mit über 290.000 Hektar, gefolgt von Merlot, Airén und Tempranillo.

So zeigt sich wieder einmal der extrem hohe Nutzwert des Wein-Plus Glossars (etwas Eigenwerbung darf hier im Blog wohl sein). Für seine unermüdliche, akribische Arbeit – bei der er auch von einer Reihe freier Lektoren und Ideengeber unterstützt wird – verdient Norbert Tischelmayer meinen tiefen Respekt.

Ach, das andere so umfassende Rebsortenverzeichnis stammt übrigens von der Universität Adelaide und heißt „Which Winegrape Varieties are Grown Where?“ – und natürlich darf man in diesem Zusammenhang nicht das neue Standardwerk zur Rebsortenkunde von Jancis Robinson und Kollegen vergessen; es heißt schlicht „Wine Grapes“, und für Wein-Plus hat es Harry George rezensiert.

Treuer Begleiter

„Backstage Wein-Plus“ will ja einen Blick hinter die Kulissen des europäischen Weinnetzwerks, insbesondere der Redaktion geben. Deswegen stelle ich heute jemanden vor, der zeitgleich mit mir hier angefangen hat und mit dem ich fast täglich arbeite: meinen Korkenzieher!

Pulltap's Kellnermesser

Seit Jahren unermüdlich im Einsatz: das Pulltap’s Kellnermesser

Seit über drei Jahren öffne ich mit diesem Kellnermesser der spanischen Marke Pulltap’s alle Flaschen mit Korkverschluss, die ich für den Weinführer verkoste, und ich wage die Behauptung, dass es damit pro Tag öfter zum Einsatz kommt als bei einem Sommelier im Restaurant. An vergleichbare Einsatzfrequenzen erinnere ich mich nur noch aus meiner Ausbildungszeit im Bankettservice, wenn für Gesellschaften mit hoher zwei- oder gar dreistelliger Personenzahl die Weinflaschen geöffnet wurden. Ein zäher, ausdauernder und verlässlicher Partner ist das Pulltap’s also.

Ich habe es schon benutzt, bevor ich Anfang 2011 bei Wein-Plus anfing; damals privat, zu Hause in Frankfurt. Und ich weiß noch, dass ich es von einem Freund geschenkt bekam, der die Weinsparte bei einem Getränkegroßhandel an der Hessischen Bergstraße betreut. Es trug im Originalzustand den Werbeschriftzug einer großen amerikanischen Familien-Weinkellerei, doch dieser ist im Laufe der Zeit und der fortwährenden Benutzung verschwunden.

Besonders mag ich es wegen seiner bordeauxroten (und damit von vornherein weinaffinen) Farbe, und es erfüllt die beiden für mich wichtigsten handwerklichen Anforderungen an ein Kellnermesser: Die Spindel hat eine Seele, und der Hebel hat ein Gelenk, so dass er zweimal angesetzt werden kann (mehr dazu im Wein-Plus-Glossar und auf Wikipedia). Mit einem Werkzeug, das diesen beiden Voraussetzungen entspricht, lässt sich nahezu jeder Korken oder Plastikstopfen aus der Flasche befördern – sicher, schnell und einfach.

Ich schätze, mein Pulltap’s wird mich noch lange begleiten, und egal, was für technische Neuerungen es für den privaten oder professionellen Einsatz inzwischen geben mag – das klassische Kellnermesser wird für mich stets das Mittel der Wahl bleiben: So habe ich vor fast 25 Jahren gelernt, Flaschen zu öffnen, und so mache ich es noch heute; es ist die Methode, die mir am vertrautesten ist und in der ich am besten geübt bin, um im Zweifelsfall das nötige Fingerspitzengefühl zu haben.

„Graduated with honor“

Wir erinnern uns: Ende Oktober vergangenen Jahres war ich auf dem Seminar „Sud de France Master Class“ im Languedoc-Roussillon, und im Dezember sollten die Prüfungsergebnisse bekannt gegeben werden.

Zertifikat der "Sud de France Master Class"

Das Zertifikat der „Sud de France Master Class“

Tatsächlich traf kurz vor Weihnachten ein Umschlag der French Wine Society (FWS) hier im Büro ein, doch zu dieser Zeit war ich bereits im Urlaub.  So erhielt und öffnete ich ihn erst danach, jetzt im Januar: Julien Camus, Präsident der FWS, beglückwünschte mich in einem Brief zum Bestehen der Prüfung „mit Auszeichnung“ (87 von 100 Punkten).  Außerdem entnahm ich dem Kuvert das Lehrgangszertifikat, das – zugegeben – einiges hermacht.

Ich freue mich sehr und bin auch ein bisschen stolz, dass meine kurzweilige Fortbildung in Südfrankreich damit auch noch so erfolgreich war!

Orientierung beim Ökowein

Morgen ist es soweit: Die „Wein-Plus Convention“ feiert Premiere in Frankfurt. 75 Aussteller präsentieren am Samstag und Sonntag im Casino auf dem Campus Westend der Goethe-Universität Weine, Spirituosen und mehr. Wir freuen uns, dass die erste Veranstaltung ihrer Art schon so große Resonanz gefunden hat.

Einige Kollegen – darunter Utz Graafmann und Benjamin Müller – sind bereits unterwegs nach Frankfurt, um die Messe vorzubereiten; Alexander Schreck ist als Hauptverantwortlicher für die Organisation schon seit gestern dort. Ich werde mit anderen Kollegen morgen früh aufbrechen und heute Nachmittag noch auf der Hausmesse der K&U Weinhalle in Nürnberg vorbeischauen.

Pünktlich gestern habe ich meine Präsentation für den Vortrag über Ökowein fertiggestellt, den ich im Rahmenprogramm der Convention halten werde – jeweils Samstag und Sonntag von 15.00 Uhr bis 15.45 Uhr. Es wird um integrierten, biologisch-organischen und biologisch-dynamischen Weinbau, Nachhaltigkeit, Biosiegel, die EU-Ökowein-Verordnung und pilzresistente Rebsorten gehen: eine kompakte Einführung in die Begriffswelt und Kennzeichnungen des Bioweins.

Hier kann man sich zu den beiden Vorträgen anmelden – ich freue mich auf zahlreichen Zuspruch:

Mehr Informationen über die Convention gibt es unter diesem Link:
convention.wein-plus.eu

Ich hoffe, wir sehen uns in Frankfurt!

Familien-Verbindung

Eine der Einrichtungen bei Wein-Plus, die sich ständig weiterentwickeln, ohne dass es sofort sichtbar ist, ist das Glossar. Norbert Tischelmayer arbeitet jeden Tag daran, schreibt neue Einträge, aktualisiert bestehende und überlegt sich die Verlinkungen zwischen den Begriffen.

Jetzt hat er die Grenze von 100.000 Hyperlinks geknackt; das heißt: Im Glossar gibt es seit Kurzem über 100.000 Verbindungen zwischen Stichwörtern! Das will ich hier thematisieren und anerkennen.

Der „Jubiläumslink“ ist, wie Norbert mir schrieb, einer zwischen zwei Rebsorten: von der amerikanischen Neuzüchtung Radisson zu ihrer Vatersorte Villard Blanc. Somit drückt die Verlinkung in unserem Glossar gleichzeitig eine familiäre Verbindung aus – welch eine symbolkräftige doppelte Verknüpfung.

So wird einmal mehr deutlich, wieso und inwiefern Wein-Plus das europäische Weinnetzwerk ist: Auch im Glossar sind etliche tausend Begriffe miteinander vernetzt – und jeder Link ist ein Weg zu mehr Wissen, mehr Erkenntnis und mehr (Wein-)Kompetenz; für jede Leserin und jeden Leser.